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Bader, 23.10.: Die Globale Wirtschaft

Regina Joschika23.10.200912:00

BäuerInnen und die Globale Landwirtschaft

Irmi Salzer (Bergbauernvereinigung und Via Campesina Austria)  stellte beim Thema „Nachhaltige Landwirtschaft und Ernährungssouveränität“ dar, "dass wir uns internationalen Zusammenhängen nicht entziehen können.“ Die Produktion von Lebensmitteln basiert in Europa auf der Ausbeutung von Menschen“, das muss uns bewusst sein. Gemeint sind beispielsweise Flüchtlinge, die in Italien Salat pflücken, aber auch Menschen aus Ungarn, die in Österreich zu geringem Lohn Spargel und Erdbeeren ernten.

Als Aktivwerden von KonsumentInnen, das ja immer wieder beschworen wird, kann man alles verstehen, denn auch der Kampf gegen ein verschärftes Fremdenrecht hilft. Genossenschaften, egal ob in Brasilien, Afrika oder sonst wo, vertreten selten die Interessen der Bauern und Bäuerinnen, für die sie einst gegründet wurden, sondern sind intranspartent und anfällig für korrupte Führungsschichten. Auch im Bereich von Kammern und anderen Institutionen wird gerne daran appelliert, dass „wir“ doch zusammenhalten müssten.

Gemeint ist jedoch, dass die Kleinen sich den Vorstellungen der Großen anschliessen, egal was für sie selbst das Beste wäre. In der Wirtschaftskrise, aber nicht nur dann, ist auch zu beobachten, dass so etwas wie „bäuerliches Entrepreneurship“ forciert wird. Aktuell hat die steirische „Kleine Zeitung“ eine Doppelseite, wo Bauern und Bäuerinnen mit ihren Innovaitionen vorgestellt werden, also dem, was sie sich nebenbei so alles einfallen lassen (müssen). Irmi Salzer meint zu den Interessensvertretungen ganz nüchtern, dass jene, die sich für Bauern und Bäuerinnen einsetzen sollen, deren Interessen eben nicht vertreten.

Mit der Solidarität der „Kleinen“, die die „Großen“ bei zahlreichen Veranstaltungen einmahnen, wird Strukturwandel gefördert, das muss uns bewusst sein. Freilich ist auch nicht alles toll, was sich bio nennt, denn es gibt Bauern, die gerade mall ihr Bundesland gentechnikfrei halten wollen, egal was im Rest der Welt passiert. Weltweit schließen sich aber Kleinbauern und BäuerInnen zusammen auch mit Landlosen (in der Via Campesina) und kämpfen für Ernährungssouvernität. Dazu tragen auch Initiativen bei wie das Community- und Guerilla-Gardening, wo BürgerInnen brachliegende städtische Flächen in Gärten mit Blumen, Gemüse und Obst verwandeln. Vielleicht auch ein Zufall, dass Margaret Atwood in ihrem neuen Öko-Thriller „Das Jahr der Flut“ Menschen, die auf den Dächern von Häusern Gärten kultivieren, einer technologischen Diktatur entgegensetzt.

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